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Kryotherapie im Profisport: Warum Spitzenteams auf Kälte setzen

Kryotherapie im Profisport: Warum Spitzenteams auf Kälte setzen

In der Kabine der US-amerikanischen Nationalmannschaft, in Trainingszentren europäischer Spitzenklubs und bei Ausdauersportlern gehört die Ganzkörper-Kryotherapie längst zum Regenerationsalltag. Warum setzt der Profisport auf Kälte – und was sagt die Studienlage tatsächlich? Dieser Beitrag ordnet ein.

Warum Regeneration über Leistung entscheidet

Regeneration nach Belastung ist ein zentraler Faktor in der Verletzungsprävention und für die Rückkehr zur Leistungsfähigkeit (Bouzigon et al., Frontiers in Sports and Active Living, 2021). Wo Wettkämpfe eng getaktet sind, wird die Qualität der Erholung zwischen den Einheiten selbst zum Leistungsfaktor. Genau hier ist die Kryotherapie zu einem verbreiteten Werkzeug geworden.

Was die Studien zur Regeneration zeigen

Die Evidenz zur wahrgenommenen Muskelbelastung ist am robustesten. Eine Meta-Analyse über 99 Studien ordnete die Kryotherapie unter die Verfahren ein, die die wahrgenommene Muskelbelastung nach dem Training messbar senken (Dupuy et al., Frontiers in Physiology, 2018).

Bei Leistungssportlerinnen wurde nach einer einzelnen dreiminütigen Anwendung bei –110 °C ein Anstieg von Indizes der parasympathischen Aktivität gemessen, begleitet von einer verbesserten Laktat-Clearance und höheren VO2peak-Werten in der Folgebelastung (Schaal et al., Medicine & Science in Sports & Exercise, 2014). Und für den oft unterschätzten Faktor Schlaf fand eine kontrollierte Studie, dass eine abendliche Anwendung die subjektive Schlafqualität bei körperlich aktiven Männern verbesserte (Douzi et al., European Journal of Sport Science, 2019).

Der WM-Kontext

Dass Recovery-Technologie im Umfeld großer Turniere eine Rolle spielt, ist kein Zufall: Bei dichten Spielplänen unter klimatisch anspruchsvollen Bedingungen wird jede reproduzierbare Regenerationsmaßnahme zum planbaren Baustein. Die Ganzkörper-Kryotherapie liefert hier einen kurzen, standardisierbaren Reiz von wenigen Minuten – ein praktischer Vorteil im eng getakteten Wettkampfbetrieb.

Was Biomarker-Studien berichten

Ein Teil der Forschung hat auch Entzündungsmarker gemessen. Diese Ergebnisse stammen aus den jeweiligen Studienpopulationen und beschreiben, was dort beobachtet wurde – sie sind keine Aussage über ein einzelnes Produkt. In einer Studie mit elf trainierten Läufern berichteten Pournot et al. (PLoS ONE, 2011) nach Ganzkörper-Kryotherapie einen niedrigeren Anstieg des proinflammatorischen IL-1β und einen höheren Wert des entzündungshemmenden IL-1ra gegenüber passiver Erholung – während andere Marker (TNF-α, IL-6, IL-10) unverändert blieben.

Ehrlich bleiben: die Grenzen

Zur seriösen Einordnung gehören auch die offenen Fragen. Übersichtsarbeiten weisen darauf hin, dass die Befunde nicht in allen Punkten einheitlich sind (Lombardi et al., Frontiers in Physiology, 2017). Zudem wird diskutiert, dass eine gedämpfte Entzündungsreaktion im Krafttraining Anpassungen geringfügig abschwächen könnte – weshalb der Einsatz gezielt und kontextabhängig erfolgen sollte, nicht pauschal. Auch eine gewisse Gewöhnung nach mehreren täglichen Anwendungen ist dokumentiert (Louis et al., European Journal of Applied Physiology, 2020).

Fazit

Der Profisport nutzt die Ganzkörper-Kryotherapie, weil sie einen kurzen, reproduzierbaren Regenerationsreiz liefert, dessen Nutzen für wahrgenommene Muskelbelastung, autonome Erholung und Schlaf gut dokumentiert ist – bei ehrlicher Betrachtung der offenen Fragen. Als elektrische Ganzkörper-Kältekammer bis zu −110 °C und App-gesteuerten Programmen ist die POWERCAB für genau diesen professionellen Einsatz konzipiert.

Quellen

  • Bouzigon R et al. (2021): Cryostimulation for post-exercise recovery in athletes: a consensus and position paper. Frontiers in Sports and Active Living 3:688828. Volltext (PMC)
  • Dupuy O, Douzi W, Theurot D, Bosquet L, Dugué B (2018): An evidence-based approach for choosing post-exercise recovery techniques … a systematic review with meta-analysis. Frontiers in Physiology 9:403. Volltext (PMC)
  • Schaal K, Le Meur Y, Louis J et al. (2014): Whole-body cryostimulation limits overreaching in elite synchronized swimmers. Medicine & Science in Sports & Exercise 46:1416–1425. DOI
  • Douzi W, Dupuy O, Tanneau M, Boucard G, Bouzigon R, Dugué B (2019): 3-min whole-body cryotherapy/cryostimulation after training in the evening improves sleep quality in physically active men. European Journal of Sport Science 19:860–867. DOI
  • Pournot H, Bieuzen F, Louis J, Mounier R, Fillard J-R, Barbiche E, Hausswirth C (2011): Time-course of changes in inflammatory response after whole-body cryotherapy multi exposures following severe exercise. PLoS ONE 6(7):e22748. Volltext (PMC)
  • Lombardi G, Ziemann E, Banfi G (2017): Whole-body cryotherapy in athletes: from therapy to stimulation. An updated review of the literature. Frontiers in Physiology 8:258. Volltext (PMC)
  • Louis J, Theurot D, Filliard J-R, Volondat M, Dugué B, Dupuy O (2020): The use of whole-body cryotherapy: time- and dose-response investigation on circulating blood catecholamines and heart rate variability. European Journal of Applied Physiology 120:1733–1743. Volltext (PMC)
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